Brauchtum in unserer Schützengesellschaft
Schützengilden haben sich in ganz Deutschland im Mittelalter zu unterschiedlichen Zeiten gebildet. Ihr Zweck war es, die Stadt oder das Dorf vor einfallenden Horden und Räubern zu schützen. In friedlichen Zeiten wurden die Schützen regelmässig an den Waffen ausgebildet, um so gut wie möglich die Angreifer abwehren zu können. Dabei entstanden Rituelle und Traditionen die sich in Jahrhunderten, je nach Landstrich, unterschiedlich entwickelten.
Die Privilegierte Schützengesellschaft Königsbrück wurde 1770 erstmalig erwähnt, seitdem ist sie ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Stadt. Fast ausnahmslos werden alle öffentlichen Veranstaltungen mit Kanonen- oder Salutschiessen eröffnet. Jährlich wird ein öffentliches Schützenfest durchgeführt mit eine regen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Im Rahmen des Schützenfestes wird der Vogelschützenkönig ermittelt. Hier wird mit der Armbrust auf einen Holzadler geschossen und wer das letzte Holz herunter holt, ist der neue Vogelschützenkönig.Ebenso ist das Schiessen mit modernen Luftdruckwaffen Bestandteil des Festes. Wer mag kann sich auchim Bogenschiessen ausprobieren.
Im Oktober/November jedes Jahres werden die Vereinsmeisterschaften durchgeführt und der Schützenkönig ermittelt. Hierbei wird auf eine künstlerisch gestaltete Holzscheibe (mit einer papiernen Schießscheibe abgedeckt). geschossen. Der Schütze mit dem besten Trefferbild ist der neue Schützenkönig. Die Ergebnisse werden streng geheim gehalten. In einer Jahresversammlung, bei der auch die Partnerinnen und Partner teilnehmen, erfolgt die Königsproklamation. Dem neuen Schützenkönig wird ehrenvoll die Königsscheibe übergeben und er übernimmt von seinem Vorgänger die Schützenkette, die er im folgenden Jahr zu Uniform tragen wird. Neben den Blumen erhält der Schützenkönig natürlich auch die entsprechende Urkunde.
Die Königsscheibe wird ein halbes Jahr später am Haus des Schützenkönigs angebracht. Nach dem Salutschiessen versuchen 2 Schützen die Königsscheibe am Haus anzubringen, meistens hängt sie schief, und kann dann nur mit Hilfe der kleinen Spaßmacher wieder gerade gerückt werden. Doch das kann dauern und wie der Abend ausklingt kann man sich denken.
Tradition ist nicht das Halten der Asche,
sondern das Weitergeben der Flamme.
Thomas Morus
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